12
Mrz
2020
6

#Volltreffer 1

Mein Volltreffer der vergangenen Woche in Sachen Fussball(romantik) war zweifelsohne das Sachsen-Derby zwischen der SG Dynamo Dresden und dem FC Erzgebirge Aue. Diese Affiche verspricht an sich bereits genügend Brisanz. Wie sich dasTraditionsduell dann tatsächlich entwickelte, damit konnte im Voraus wohl niemand rechnen.

Zunächst lief alles nach Plan. Die «Kleinen» aus dem Erzgebirge, die normalerweise als Aussenseiter in das emotionsgeladeneDuell mit dem grossen Nachbarn aus der Landeshauptstadt gehen, wurden ihrer diesjährigen Rolle als Favorit gerecht. Bereits nach 2 Minuten kamen die Veilchen mit einem Pfostenschuss der Führung sehr nahe. Nur 4 Minuten später war es dann so weit und das 1:0 der Gäste Tatsache.

Doch es dauerte nicht lange, bis das Spiel kippte. Die Hausherren übernahmen kurz darauf das Spieldiktat und kurz vor der Halbzeit schlug Patrick Schmidt ein erstes Mal zu und glich die Partie zum 1:1 aus.

Auch nach der Pause drückten die Schwarz-Gelben auf das Gaspedal und in der 59. Spielminute folgte der wahre Volltreffer des Tages, wenn nicht des Monats oder sogar noch mehr. Erneut war es Patrick Schmidt, der mit einem gefühlvollen und gleichzeitig wuchtigen Fallrückzieher, wie ihn der legendäre Klaus Fischer seinerzeit nicht besser hätte abfeuern können, das spielentscheidende 2:1 für die Heimmannschaft erzielte.

Eine erstaunliche Geschichte. Der aus dem tiefsten Südwesten Deutschlands stammende Schmidt, dessen Karriere in den letzten Jahren beim 1. FC Heidenheim schwer ins Stocken geriet, wird sich mit diesem Treffer in Dresden, also sozusagen dem tiefsten Osten der Bundesrepublik, einen Eintrag in den Geschichtsbüchern sichern.

Der Blick auf die Tabelle macht die Story noch dramatischer. Mit diesen 3 Punkten schnuppern die letztplatzierten Dresdner wieder an einem Nichtabstiegsplatz. Gut möglich, dass genau dieser Treffer und der gleichbedeutende Sieg im Sachsen-Derby den Beginn einer Aufholjagd der Männer von der Elbflorenz markiert.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Die eingefleischten Fans der Erzgebirger hätten den grossen Rivalen gerne in eine noch tiefere Krise gestürzt. Allerdings stehen sie in der Tabelle weiterhin im gesicherten Mittelfeld. Diese Niederlage wird die Lila-Weissen nicht umwerfen. Dafür sind sie diese Saison zu gefestigt unterwegs.

Am Ende des Tages kann der passionierte Fan des Ostfussballs, wie ich es einer bin, mehr als zufrieden sein. Die Dynamos sind zurück im Rennen um den Ligaerhalt und Aue darf auf einen ruhigen Saisonabschluss hoffen. So bleibt die Möglichkeit bestehen, dass dieses Volltreffer-Derby vor diesem leidenschaftlichen Publikum auch nächstes Jahr in der 2. Bundesliga stattfindet.

Die Chance auf neue Volltreffer-Geschichten aus dem Osten ist also gegeben. Ich verbleibe in der Hoffnung, dass noch viele weitere Patrick Schmidts in die Annalen des traditionsreichen Sachsen-Derbys eingehen. Wir Fussballromantiker hätten es verdient. Mehr Volltreffer, bitte!

 

Ich heisse Kilian und mein Texter-Blog heisst «Volltreffer». Darin befasse ich mich mit der Welt des Fussballs (vielleicht zur Abwechslung auch mal mit einer anderen Sportart oder sogar einem ganz anderen Thema. Hauptsache Volltreffer). Der Plan dabei wäre, dass ich in regelmässigen Abständen meinen persönlichen Volltreffer präsentiere. Dabei kann es sich um einen Spieler, ein spezielles Tor, eine Geschichte ausserhalb des Platzes etc. handeln. Auf jeden Fall gibt es in diesem Blog immer meine persönliche, leidenschaftliche, passionierte, emotionale und hoffentlich gefühlvolle, einfühlsame und tiefgründige Sicht auf aktuelle Ereignisse der Fussballwelt zu lesen.

 

 

2 Responses

  1. Lieber Kilian, oder #Stille Wasser – ein toller Text. Er ist lebendig erzählt und die Zielgruppe der Fussballromantiker wohl gewählt. Rein stilistisch würden dem Text Unterbrechungen in Form von einer Headline oder Zwischentiteln gut tun. Damit bekommst Du mehr Spannung in Deinen Text und führst den Leser besser durch den Inhalt. Eventuell auch nochmals über die Länge Deiner Sätze gehen. Der aktuelle Stil passt sehr gut zu einem Livebericht über das Radio – liest sich aber schwieriger in einem Blog. Dabei ist es so ein emotionales Thema mit viel Leidenschaft. Nun zum Quadrat: Beziehung (hier stehst Du mit Deinem Leser auf gleicher Ebene und nimmst ihn mit auf Deine Reise, hoffst ihn zu begeistern). Selbstoffenbarung (ich war dabei, weiss bescheid und das mit voller Leidenschaft), Apell (lasst uns gemeinsam um viele weitere Volltreffer beten…wenn Du einen erlebt hast – schreib mir), Sachinhalt (ein tolles Spiel mit grosser Emotion hat stattgefunden). Ich hoffe, ich konnte das hier einigermassen sinnvoll für Dich umsetzen und helfen. Wenn ich recht nachdenke wären auch Hashtags wie bei Anna am Ende des Post noch flott.

    1. Kilian

      Vielen Dank für das ausführliche Feedback, liebe Ursula. Da ich sehr gerne Liveübertragungen verfolge, habe ich wahrscheinlich unbewusst diesen Sprachstil in meinen Blogeintrag eingebunden. Sind wir gespannt, was nächstes Mal rauskommt :-).

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